Ein kurzer Beitrag mit einem vermutlich alten Thema. Was ich nach wie vor nicht wirklich verstehe, ist der Grund, warum allein schon die Idee, daß man auch ohne „aktuelle Technik“ und „neue Bequemlichkeit“ gut leben kann, bei vielen Leuten eine geradezu aggressive Ablehnung und Reaktion auslöst. Liegt es an mir und eventuell zu „arroganter“ Wortwahl, oder an der Idee an sich?

Und wenn es an der Idee liegt: wann genau hat der technische Fortschritt einen solchen Einfluß gewonnen, daß man mittlerweile quasi die Qualität von Menschen und die Fähigkeit zur sozialen Interaktion an Technik und der Anpassung an Standardformate misst? Wieso sagen selbst zeitgeistkritische Menschen, sie könnten z.B. gar nicht mehr auf ein Smartphone und/oder Facebook verzichten, weil sie ansonsten von ihren „Freunden“ nicht auf altmodische Weise über soziale Pflichten und Termine etc. informiert würden, und sie quasi aus dem sozialen Umfeld ausgeschlossen wären? Sollte man dann nicht eher die Freunde überdenken, die die Freundschaft quasi an die technologische Anpassungsbereitschaft koppeln?

Ich frage mich ja auch gerne mal, ob das vielleicht schon immer so war, und man Menschen auch früher schon derart stark an der Technologie in ihrem privaten Leben gemessen hat. Gehen wir doch mal zurück in die erste Hälfte der 80er Jahre. Da gab es auch Leute, die privat bereits Homecomputer benutzt haben. Oder Leute, die mit einem Walkman mobil Musik hörten. Oder Leute, die privat einen teuren CD-Player für digitalen Audiogenuß benutzen. Aber es gab auch viele Leute, die all das (noch) nicht taten. Und hätte deswegen z.B. im Jahr 1984 jemand gesagt „Häh? Du besitzt keinen Walkman? Freiwillig nicht? Ist ja echt schräg. Da stimmt doch was nicht bei dir. Rechtfertige dich bitte mal…“? Okay, das Beispiel hinkt, aber nur mal so als Ansatz.

Ich nehme mal an, daß von den Bloglesern alle auch moderne Technik benutzen, sei es Smartphone, DVD-Player oder eben den Rechner mit mindestens Windows 7 als tägliches Arbeitsgerät. Und trotzdem lesen diese Leute hier bei mir mit, ohne daß ihnen ständig der Hut hochgeht, wenn ich (zugegeben) gerne mal einseitige Kritik gewürzt mit gewisser Unkenntnis dazu schreibe. Wo liegt der Unterschied zwischen „meinen“ Bloglesern und der üblichen Mentalität in Webforen?

Das war jetzt eher ein Haufen Fragen als ein informativer Beitrag, aber vielleicht möchte ja ein Blogleser umfangreicher antworten. Das kann auf Wunsch per Kommentar oder gerne auch als längerer Gastbeitrag erfolgen, dann bitte per Email senden.

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3 Gedanken zu “Fragen suchen Antworten

  1. Das Problem ist aus meiner Sicht ein Wandel des Zeitgeistes. Warum das so ist, kann ich leider auch nicht beantworten. Ich weiß nur, dass ich anscheinend häufig gegen den Zeitgeist lebe.

    Früher habe ich mich viel mit Computern und Technik beschäftigt, da galt es aber noch als uncool. „Normal“ war, wenn man etwas ohne Technik erledigt hat und Kontakte noch persönlich gepflegt hat.

    Jetzt tausche ich mich mit Mitmenschen sehr gerne persönlich aus und bin auch mal gerne technikfrei im Urlaub oder einfach nur unterwegs, da ist es mittlerweile üblich, immer und überall mit dem Smartphone unterwegs zu sein und es zum Lebensmittelpunkt zu machen. Kino, Spazierengehen, Dates? Alles nur noch, während man aufs Smartphone schaut.

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  2. Hallo,
    ich lese nun schon seit über einem Jahr diesen Blog von dir mit. Ich war es auch der sich das Video von deinem 386er angeschaut hat. Das was du schreibst ist Deine Meinung, warum einige so darauf reagieren kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Mutig, finde ich es allemal von Dir, das du diese so öffentlich machst. Hut ab!
    Die Diskussion habe ich damals ebenfalls in einem Retro-Forum(den Namen schreibe ich hier jetzt nicht öffentlich, möchte keinen Ärger bekommen) mitbekommen. Da ging es um Leistung aktueller Computersysteme und wofür man diese eigentlich benötigt. Soweit ich mich da erinnern kann. Seit dem lese ich hier immer mit. Habe mal deinen ganzen Blog durchgeschaut. Da gabs ja einiges zu lesen. Ich persönlich mag die alte Technik sehr, die neue allerdings auch. Toll finde ich es, da du diese(die alte Technik) intensiv benutzt. Schreibe deinen Blog bitte weiter, ich finde deine Ansichten interessant. Das was mich sicherlich von anderen unterscheidet, ist, das ich die Meinung die ein anderer Mensch hat, nicht auf mich beziehe.
    Leben und Leben lassen….. in diesem Sinne viele Grüße… 🙂

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  3. Danke für deinen Kommentar. Ist immer schön, auch von „Forenseite“ her etwas Nettes zu lesen. Wie an anderer Stelle gesagt, wurde ich dort ja sehr unfreundlich verwarnt, wobei in der Nachricht nicht nur ich angegriffen wurde (Troll, Lügner, Veräppelungstexte, falsche Freundlichkeit), sondern auch kollektiv alle Leute, die ernsthaft oder gar wohlwollend auf meine Themen geantwortet hatten. Dann wurde mir nahegelegt, entweder zu verschwinden, oder in Zukunft nur noch zu etablierten und akzeptierten Themen zu schreiben. Naja.

    Die Diskussion über die Notwendigkeit von ständig mehr Leistung war denke ich auch ein gutes Thema (und natürlich in dieser Frageform zu einseitig formuliert, aber dafür sollte es ja Diskussion geben, Foren sollten da IMO offen sein und eine Themenvielfalt haben), aber auch dort wurde ja schnell mit „Man braucht immer bessere und schnellere Rechner, weil ein moderner Rechner DAS und DAS und DAS tun können muss. Basta. Thema beendet…“ abgekanzelt. Wenn ich mich recht erinnere, wurde der Thread dann auch von offizieller Seite wieder als unsinnigster Thread aller Zeiten bezeichnet und disqualifiziert.

    Um meine Frage im Blogbeitrag mal selbst zu beantworten: ich denke, es hat einfach sehr viel mit „Komfortzonen“ zu tun, die gerade in Foren mittlerweile sehr ausgeprägt sind, weil sich die Leute gegenseitig darin zustimmen und bestärken. Im Retrothema heißt daß, das neben das Retrohobby in jedem Fall auch ein aktuelles 64-Bit-Betriebssystem, ein Smartphone und sonstwas gehört. Und wenn man dazu die Frage „Warum eigentlich?“ stellt, dann steht man außerhalb der Komfortzone, und die „Geht ja wohl gar nicht“-Fraktion ist umgehend zur Stelle. Warum die Beschreibung meiner persönlichen Ansicht von vielen dann als eine Art Herausforderung gelesen wird, die zurückgewiesen werden muß, weiß ich aber auch nicht. Es liegt entweder wieder an der Komfortzone, oder an meiner Wortwahl.

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