Patterns of Force auf VHS

Wie schon öfter geschrieben, findet man leider kaum noch interessante VHS auf Flohmärkten. Entweder, es ist üblicher Blockbusterquark aus den 90ern oder Disney. Ab und zu entdeckt man in einem Karton unter einem Tisch aber doch noch ein eher seltenes Fundstück, so wie dieses Exemplar hier:

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Die wohl umstrittenste Star-Trek-Folge überhaupt, die als einzige nicht Teil der ursprünglichen TV-Ausstrahlung war, und in Deutschland erst Mitte der 90er synchronisiert und erstmals gezeigt wurde – „Patterns of Force“. Diese VHS-Version dürfte die erste Veröffentlichung gewesen sein, und beinhaltet sowohl die englische Sprachfassung, als auch die Synchronfassung. Die Freigabe war zum damaligen Zeitpunkt noch FSK 16, wurde aber inzwischen glaube ich auf FSK 12 runtergestuft.

Was gibt es zur Folge zu sagen? Es ist halt „die berüchtigte Nazi-Episode“ und als solche automatisch ein Problemfall. Aber man kann in gewisser Weise schon nachvollziehen, warum man damals von einer Ausstrahlung zurückgeschreckt ist. Die Folge hat auf der einen Seite eine gewisse Schärfe und dunklere Töne, wirkt auf der anderen Seite aber auch relativ naiv in ihrem Umgang mit dem Thema. So wird der Faschismus quasi als Problemlöser dargestellt, der durch Effizienz und Ordnung die Zivilisation des Planeten vorangebracht hat. Dazu gibt es dann auch etwas halbgare Aussagen, wie z.B. jene von Spock, daß Deutschland von einem „tiny and bankrupt country“ beinahe zum Herrscher der Welt wurde, nur weil der Staat und das System so effizient waren. Das ist historisch mehr als fragwürdig. Auch der optimistische Schluß wirkt deplatziert, und man weiß nicht so wirklich, wo die Hoffnung auf eine bessere Zukunft herkommen soll. Die obligatorische Kabbelei zwischen Spock und McCoy ist allerdings ungewohnt scharf.

Besonders subtil ist die Episode in ihrer Parabel natürlich nicht – das unterdrückte Volk kommt vom Planeten Zeon, und die Charaktere tragen Namen wie Abrom und Isak. Für die zahlreichen jüdischen Darsteller dürfte die Folge auch eine gewisse Prüfung gewesen sein. Man beachte z.B. die Szene, in der Spock bzw. dessen „fremde“ Physiognomie dazu verwendet wird, um die rassische Unterlegenheit aufzuzeigen. Da nehmen die Dialoge kein Blatt vor den Mund. Oder die Szene, in der Spock zu Kirk sagt „You will make a convincing Nazi“ und William Shatners Reaktion darauf.

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Selbstreparatur Teil 2

Kleine Anekdote am Rande zu meinem Notebook Toshiba Satellite 430 CDT mit Pentium 120. Das hatte ja schon immer die seltsame Eigenschaft, daß sich scheinbar schwerwiegende Fehler und Defekte nach einer Weile von selbst reparieren.

Vor einigen Jahren gab es mal ernsthafte Probleme mit der Tastatur, die aber nach wenigen Wochen wieder verschwunden waren. Vor etwa 14 Tagen hatte es das Gerät aber richtig übel erwischt. Mitten beim Arbeiten unter Windows fiel plötzlich das Bild auseinander, zuerst in wackelnde Linien und dann in große Blöcke. Nach Ausschalten und erneutem Einschalten kam dann überhaupt kein Bild mehr, weder unter DOS, noch unter Windows. Das ganze Display war nur noch grellweiß mit ein paar bunten Linien. Das blieb auch statisch so, egal welche Tasten man drückte.

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Selene Band 2 – Komplettfassung Kap. 1 – 4

Wie versprochen, hier noch der Link zur Komplettfassung der Kapitel 1 – 4. Es sind jetzt 157 Seiten im Format A5 geworden, weil ich die Seitenränder nochmal etwas angepasst hatte. Die pdf beeinhaltet nun Folgendes:

Prolog
Kapitel 1 – Der Same des Feuers (im übertragenen Sinn)
Kapitel 2 – Shopping Interlude
Kapitel 3 – Dungeons & Gremlins
Kapitel 4 – Das unentdeckte Land

Kapitel 5 wird vermutlich „Der schweigende Stern“ heißen.

Hier der Link für alle interessierten Leser, die den bisherigen Entwurf gerne komplett und am Stück haben:

http://www.bruchbach.de/band2.pdf

Es sind verschiedene Tippfehler korrigiert und einige Abschnitte ergänzt. Zu der Sache mit dem Wäschekorb gibt es auch ein paar neue Zeilen, siehe Seite 89. Wobei ich jetzt nicht grundsätzlich etwas daran geändert habe, sondern „nur“ ergänzt habe, daß Rick das Gespräch eigentlich anders geplant hatte. Daß er bei gewissen körperliche Themen ein wenig den Faden verliert, hatten wir auch in Band 1 schon, siehe das Gespräch kurz nach der Szene am Hotelzaun. Das würde ich also nicht als out-of-character betrachten. Es ist eher normal für ihn bzw. findet er es irritierend, daß Seli den Grund nicht versteht.

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Selene Band 2 – Ergänzung zu Kapitel 2

Good news für alle Leser. Im Laufe der Woche wird es vermutlich noch eine komplette Zusammenfassung der ersten vier Kapitel von Band 2 mit Korrekturen und Ergänzungen geben. Das werden dann im Romanformat A5 mit Prolog und Kapitel 1 bis 4 vermutlich schon um die 170 Seiten Text werden. Es geht voran.

In diesem Zusammenhang werde ich auch einige Wortwiederholungen und Logikfehler korrigieren. So gab es z.B. im Prolog eine Stelle, an der im Zusammenhang mit der Zikkurat einerseits von glasierten Ziegeln und andererseits von deren rauer Oberfläche gesprochen wird. Das passt nicht zusammen. Ich habe es jetzt so korrigiert, daß nur der untere Teil des Pfades aus naturbelassenen Ziegeln besteht, quasi als Brücke aus der Menschenwelt. Eine symbolische Apotheose in Farbe und Lehm.

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Selene und Büchereien

Ein kurzer Beitrag noch mit Buchthema: ich habe in den letzten Wochen versucht, einige Ausgaben vom ersten Selene-Band bei verschiedenen lokalen Büchereien unterzubringen. Und man würde doch eigentlich vermuten, daß viele Büchereien wegen des knappen Budgets für Neuanschaffungen dankbar wären, wenn sie ein optisch hochwertiges Buch aus dem Jahr 2019 als Spende geschenkt bekommen. Leider ist die Realität wohl etwas komplizierter.

Erstaunlicherweise war eine Großstadtbibliothek (bei der man mehr Bürokratie vermuten würde) sofort bereit, das Buch anzunehmen, und hat es mittlerweile auch im Regal der Jugendbücherei stehen. Ich habe danach aber auch noch 7 Stück Kleinstadt-Büchereien hier aus der Region per Email angeschrieben. Und von denen hat sich bisher nur eine einzige auf die Anfrage hin gemeldet – und auch diese erst nach erneuter Nachfrage. Keine Ahnung, was die anderen Büchereien stört. Ich hatte natürlich darauf hingewiesen, daß das Buch eine Eigenpublikation ohne Verlag ist, zugleich aber auch das Foto (mit der Vorderansicht) aus dem Blog mitgeschickt, um die optische Qualität zu zeigen.

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The Phantom 1943

Hier mal wieder eine kleine Empfehlung zu einem klassischen US-Kinoserial mit Comic- bzw. Superheldenbezug. Nun war der ominöse Begriff „Phantom“ in Serials der 30er und 40er Jahre auffallend beliebt, man denke an Titel wie „Phantom Empire“ oder „The Phantom Creeps“. Im Jahr 1943 erschien dann ein 15-teiliges Serial über die originale Figur mit diesem Namen. Jepp, The Phantom. The Ghost Who Walks. Der maskierte Superheld aus dem Dschungel mit Totenkopfhöhle und Wolf Devil (wobei aus letzterem im Serial ein Schäferhund wurde).

Und obwohl es einige Abweichungen von der Comicvorlage gibt, wird das Serial dem originalen Charakter und dessen Background durchaus gerecht. Dargestellt wird das Phantom von Tom Tyler, der vorher bereits u.A. Captain Marvel gespielt hatte. Was zugegeben eine Rolle mit wenig Text war, in der er schauspielerisch kaum gefordert wurde. Seine Darstellung des Phantoms hat deutlich mehr Dialoge. Er zeigt keine wirkliche große Performance, ist aber für die Rolle durchaus adäquat. Irgendwelchen Tiefgang und echte Charakterisierung sollte man aber nicht erwarten, die Serialhelden zu jener Zeit waren doch recht simpel gestrickt und meist nur supermäßige Grinsekuchen (was z.B. bei Batman höchst unpassend wirkte).

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Comixene 1980

Ein interessanter Flohmarktfund vom Wochenende – eine gebundene Gesamtausgabe des Comic-Magazins „Comixene“ mit dem kompletten Jahrgang 1980.

Das Buch ist in gutem Zustand, inklusive Geruch nach altem Papier. Es ist ein schönes Beispiel dafür, wie ein geekiger Lebensstil (Comics, SF, Fantasy) analog betrieben wurde, bevor die Pflicht zur digitalen Vernetzung und Anpassung bestand. Und es ist auch ein guter Anknüpfungspunkt, über den man einen Zeitgeist vom Ende der 70er Jahre noch erspüren kann, ohne sich auf künstlichen „Retro-Kult“ und dafür entworfene Produkte beschränken zu müssen.

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